Die Vernissage findet am 26. Oktober 2018, um 19:00 Uhr statt.


Das in Brunnenthal bei Schärding lebende und arbeitende Künstlerehepaar Annerose und Alois Riedl besitzt eine umfangreiche Sammlung an Kunstwerken des 20. und 21. Jahrhunderts. In der Ausstellung „WIR HIER – Zwei- und Dreidimensionales aus der Sammlung Riedl“ präsentiert das Museum Moderner Kunst ausgewählte Werke der in mehr als vier Jahrzehnten gewachsenen Sammlung. Diese ist geprägt von Epocheninteresse, Künstlerfreundschaften sowie einem Gespür für Talente und Einzigartigkeit. Die Ausstellung gibt Einblick in das Schaffen einer ganzen Künstlergeneration und spiegelt die künstlerische Position ihrer Besitzer wider. Präsentiert werden im MMK vorrangig bildhauerische Arbeiten, ergänzt durch Gemälde und Grafiken, mit einem Schwerpunkt auf der österreichischen Kunst nach 1945.

Mehr als 100 ausgewählte Werke von beinahe 60 Künstlern zeigen die Vielfältigkeit des zeitgenössischen österreichischen Bildhauerschaffens bis in die Passauer Region hinein. Den Ausgangspunkt bildet Fritz Wotruba (1907-1975), einer der prägenden Bildhauer Österreichs im 20. Jahrhundert, der die gegenständliche Kunst zunehmend geometrisch abstrahierte, womit er maßgeblichen Einfluss auf die Künstlergeneration nach 1945 ausübte. Zur sogenannten Wotruba-Schule gehörten u. a. Josef Pillhofer (1921-2010) und Erwin Reiter (1933-2015). Die Bildhauer Bruno Gironcoli (1936-2010) und Franz Xaver Ölzant (*1934) etablierten in den 1960er Jahren schließlich die „andere“ österreichische Plastik, die über abstrakte und amorphe Gestaltung den Bezug zu Figur und Konstruktion negierte. Durch die Überwindung der Wotruba-Schule ebneten diese Künstler den Formerfindungen der Objektkunst der 1970er Jahre den Weg, die auf einer eigenständigen Auseinandersetzung von Objekt und Raum basiert und nicht länger auf der Verfremdung des Figürlichen beruht. Ausgewählte Objekte der Sammlung Riedl lassen diese Entwicklung nachvollziehbar werden.

Neben den bildhauerischen Objekten umfasst die Ausstellung auch zeichnerische Arbeiten, die nicht nur einen Einblick in den künstlerischen Schaffensprozess geben, sondern auch als autonome Werke stehen. Neben Fritz Wotruba, Josef Pillhofer, Erwin Reiter, Bruno Gironcoli und Franz Xaver Ölzant werden viele weitere Künstler präsentiert.

Begleitend zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, der ein Faksimile des Künstlerbuches von Alois Riedl enthält, welches der Künstler als Überblick über die eigene Sammlung wie auch als Ideenskizze zu einer Ausstellung anfertigte. Der Originalzustand mit seinem skizzenhaften Charakter, der bewusst beibehalten wurde, öffnet eine einzigartige Perspektive auf die Sammlung Riedl und mit ihr auf die Vielschichtigkeit einer Epoche. Diese Epoche wird außerdem anhand eines ausführlichen Begleittextes näher beleuchtet.

Das Begleitprogramm zur Ausstellung finden Sie hier.

   

       

Gerhard Petri, Wir hier, 1989 und Gustav Troger, Farbwürste, 1985 (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2018 (Fotos Toni Scholz)

         

Gunter Damisch, 3-Rollen-Innensteher, 1998 und Thomas Weber, Objekt, 2018 (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2018 (Fotos Toni Scholz)

Die Ausstellung wird gefördert von: