Geboren 1913 im pommerschen Stolp, absolvierte Heinz Theuerjahr eine landwirtschaftliche Lehre und studierte anschließend bei Prof. Gieß an der Staatlichen Hochschule für Kunsterziehung in Berlin.

In den Semesterferien erkundete er zu Fuß, per Anhalter oder mit der Eisenbahn halb Europa. Dabei gelangte er auch nach Waldhäuser, einem Bergdorf am Fuße des Lusen im Bayerischen Wald, das später sein Lebensmittelpunkt werden sollte.

Nach einem Aufenthalt in der Villa Romana in Florenz, die von dem Maler Hans Purrmann geleitet wurde, und einer kurzen Militärzeit kehrte Heinz Theuerjahr nach Waldhäuser zurück, lernte seine Frau Zenzi kennen und baute hier, in einer „Landschaft vom ersten Schöpfungstag“ aus Feldsteinen und Holz sein Haus. Hier kamen die Söhne Heinrich und Hans Georg zur Welt. Von hier brach er vierzehnmal nach Afrika auf, um die Schöpfung und die Geschöpfe mit allen Sinnen zu erfassen und ihre „Aura“ und „Seele“ in seinen Arbeiten zum Ausdruck zu bringen. So entstand ein einzigartiges Œuvre, das ihn weit über die heimatlichen Grenzen bekannt werden ließ und ihm einen wichtigen Platz in der Kunstgeschichte der Neuzeit zuwies. Heinz Theuerjahr starb 1991 in seinem Atelier in Waldhäuser.

Der Freundeskreis Heinz Theuerjahr e.V. wurde 1993 gegründet mit dem Ziel, … Pflege und Erforschung der Bedeutung des Werkes von Heinz Theuerjahr … jede Maßnahme zu unterstützen, die geeignet ist, das Andenken an Heinz Theuerjahr lebendig zu erhalten … (aus der Vereinssatzung). Die Idee eines Freundeskreises wurde vom Künstler kurz vor seinem Tod 1991 dankbar befürwortet. Der Verein kann derzeit bereits auf ein Vierteljahrhundert erfolgreicher Arbeit zurückblicken. 

Im Rahmen dieser Ausstellung wird eine umfangreiche Monographie über den Künstler von Dr. Volker Probst, dem Leiter der Ernst Barlach Museen in Güstrow, im Museum vorgestellt.

Die Ausstellung zeigt Arbeiten ausschließlich aus den Privatsammlungen der Mitglieder des Freundeskreises, die diese im Laufe vieler Jahre beim Künstler erworben haben. Somit werden Arbeiten aus allen Schaffensbereichen präsentiert, von denen die meisten noch nie öffentlich gezeigt wurden. So ergibt sich ein facettenreicher Blick in dieses einmalige Œuvre.


Ergänzend zu der Sonderausstellung werden im Skulpturenraum Werke Heinz Theuerjahrs aus der Sammlung des Museums gezeigt.


Das Begleitprogramm zur Ausstellung finden Sie hier.


     
Heinz Theuerjahr, Hörnertiere, 1989 und Schwalben, 1972

     

Heinz Theuerjahr, Laufender Affe, 1962; Reiher, 1953 und Akt, 1946

Die Ausstellung wird gefördert von: