Ausstellungseröffnung: Freitag, 18. Januar 2019, um 19 Uhr.


Die Ausstellung „Sprühende Farbe, leuchtend und sinnlich“ – Peter August Böckstiegel, ein westfälischer Expressionist zeigt ca. 15 Gemälde und 90 Graphiken aus dem Bestand des Museums Peter August Böckstiegel in Werther sowie aus Privatbesitz. Entstanden ist die repräsentative Werkschau in Kooperation mit dem Museum Peter August Böckstiegelin Werther und mit dem KunsthausApolda Avantgarde.

Das Werk des westfälischen Expressionisten Peter August Böckstiegel (1889-1951), dessen Nachlass seit 2008 von der Peter-August-Böckstiegel-Stiftung erhalten wird, entwickelt sich in intensiver Auseinandersetzung mit der deutschen und internationalen Avantgarde seiner Zeit. Schon während seines Studiums an der Bielefelder Kunsthandwerkerschule begeistert sich der aus kleinbäuerlichen Verhältnissen stammende Böckstiegel für die moderne französische Kunst und entdeckt als Vorbild den „Vater der Moderne“, Vincent van Gogh. Besonders die Besuche der Sammlung von Karl-Ernst Osthaus in Hagen im Jahr 1909 sowie der großen Sonderbund-Ausstellung in Köln im Jahr 1912 werden für ihn zur künstlerischen Initialzündung. Mit dem Wunsch, im Geist der „Brücke“-Künstler zu studieren, schreibt sich Böckstiegel 1913 an der Kunstakademie Dresden ein. Sein Studium wird jedoch durch den Ersten Weltkrieg und seinen Einsatz als Soldat unterbrochen. Dennoch werden sowohl die Zeit in Dresden, in der Böckstiegel unter anderem Freundschaft mit seinem späteren Schwager Conrad Felixmüller schließt, als auch die Jahre als Soldat in Polen, Rumänien und Russland künstlerisch äußerst produktiv.

Böckstiegel lebt und arbeitet in den 1920er Jahren überwiegend in Dresden, kehrt aber in den Sommermonaten stets nach Arrode zu seiner Familie zurück. Seine Gemälde umkreisen die Themen des bäuerlichen Lebens und die westfälische Landschaft. Die vielfältigen Eindrücke in Arrode inspirieren ihn in den Wintermonaten im Dresdner Atelier zu zahlreichen druckgraphischen Arbeiten. Trotz seiner mittlerweile in ganz Deutschland zu sehenden Ausstellungen und der wachsenden Anerkennung versteht Böckstiegel sich ganz als westfälischer Künstler. Seine künstlerischen Themen wird er bis zu seinem Tod weiterverfolgen, auch wenn seine Kunst von den Nationalsozialisten als „entartet“ diffamiert wird und er während der 1930er und 1940er Jahre kaum an seine künstlerischen Erfolge und die Produktivität früherer Jahre anknüpfen kann. Die Zerstörung seines Ateliers in Dresden im Februar 1945 durch eine Fliegerbombe und der damit einhergehende Verlust eines großen Teils seines Frühwerks und plastischen Schaffens erschüttern Böckstiegel derart, dass er Dresden den Rücken kehrt und zurück nach Arrode, jetzt Werther, zieht. Dort baut er an sein Elternhaus ein großzügiges Atelier an, beginnt wieder, zu arbeiten und engagiert sich für die westfälische Künstlerschaft. Ihm bleiben jedoch nur wenige Jahre, er stirbt bereits 1951.

Peter August Böckstiegel gehört zum Kreis der sogenannten „Zweiten Generation“ des deutschen Expressionismus. Mit seinem Werk erlangt er den Status als wichtigster Vertreter der heute „klassischen“ Moderne im westfälischen Raum. Seine Gemälde, besonders aber auch seine selten gezeigten Arbeiten auf Papier zeigen die hohe Qualität von Böckstiegels künstlerischem Vermögen.


Unser Programm zur Ausstellung:

After Work, 31.01.19,18 Uhr
Slow Art 14.03.19, 18 Uhr
Yoga im Museum mit Babette Woitke 27.01.19, 10 Uhr
Musik-Kunst-Workshop mit Paul Zauner 01.02.19, 15 Uhr


  

P. A. Böckstiegel, Im Steinbruch, 1912, Foto Vincent Böckstiegel und P. A. Böckstiegel, Westfälisches Dorf, 1912, Kunsthandel I Henneken, (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

       

P. A. Böckstiegel, Selbstbildnis, um 1924, Foto Vincent Böckstiegel, (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019 und P. A. Böckstiegel in Dresden, Fotografie von 1913, Foto Willy Petzold

Die Ausstellung wird gefördert von: